
MÄGO DE OZ – Malicia, La Noche De Las Brujas
2025 (Warner Music Spain) - Stil: Folk/Metal
Mit ´Malicia: La Noche De Las Brujas´ legen MÄGO DE OZ 2025 ein Werk vor, das sich selbstbewusst zwischen Tradition und Gegenwart bewegt und die lange Geschichte der Band in ein neues Licht taucht. Trotz der bekannten personellen Wechsel wirkt dieses Album erstaunlich geschlossen. Die Rückkehr zu einer stärker metallischen Grundausrichtung, eingebettet in keltische Motive und theatralische Spannungsbögen, verleiht dem Album eine Wucht, die an frühere Großtaten erinnert, dabei aber konsequent im Jetzt verankert bleibt.

Bereits die kurze Eröffnung ´Zugarramurdi 1622´ entfaltet mit getragenen Klavierfiguren und schrillen Stimmen eine gespenstische Atmosphäre, die direkt in den neunminütigen Titeltrack überleitet. ´Malicia´ entwickelt sich als echtes Euro Power Metal-Epos, getragen von schweren Riffs, wechselnden Tempi und Instrumentalpassagen. Violinen und Flöten greifen die melodischen Motive der Gitarren auf, während Rafa Blas mit kraftvollem Gesang die aus der Reihe tanzende Komposition im Sinne des frühen Italo Metal, samt erwartbaren Folk- und gewöhnlichen HELLOWEEN-Einflüssen, trägt. Eine Strophe singt und tanzt Raquel Eugenio, eine wird sogar geshoutet.
´Ríos De Lágrimas´ schlägt anschließend einen emotionaleren Ton an und generiert sich als melodischer Folk Metal. Mit ´No Me Dejes Solo´ folgt ein treibender und melodischer Rock-Song, der schneller zur Sache kommt. ´El Último Rezo´ setzt auf eine düstere Grundstimmung, getragen von schweren Akkorden und markanten Keyboardlinien. Der Wechselgesang zwischen Rafa Blas und Raquel Eugenio verleiht dem Werk ein weiteres Spektrum.
Leichter und zugänglicher präsentiert sich ´Quiero Ser Libre´, ein mittleres Tempo, klar strukturierter Aufbau, schöne Keyboards und ein Refrain mit deutlicher Hymnenqualität, der auf kommenden Live-Shows für Begeisterung sorgen wird. Mit ´Mi Cuerpo Y Yo Nos Dejamos De Hablar…´ erhält das Album eine leicht moderne Metal-Note, während Raquel Eugenio für den Leadgesang sorgen darf.
´La Noche Celta´ schlägt hernach wieder den Bogen zum folkloristischen Kern der Band, mit tanzbaren und schunkelnden Rhythmen. Ein instrumentales Highlight folgt mit ´Mil Ojos Tiene la Noche´, einem ausgedehnten Stück, das den Musikern Raum für virtuose Passagen gibt. ´El Vals De Las Almas Rotas´ greift sodann klassische Mägo-Elemente auf, verbindet mit der Violine walzerartige Motive mit metallischer Härte und einem Refrain, der sofort zündet.
Mit ´La Ruta De Los Sordos´ erlaubt sich die Band einen augenzwinkernden Rückblick, spaßig und fröhlich angehaucht, locker im Groove und bewusst nostalgisch gefärbt. ´Halloween (Almas Sin Luz)´ schlägt hingegen eine moderne Richtung ein, während ´Los Fantasmas De La Fe´ als kraftvoller Midtempo-Song zwischen Hard Rock und Metal überzeugt, melodisch geführt und mit einem Refrain samt Whohohoho-Rufen.
Letztlich hellt sich die Stimmung mit ´La Tierra De Nunca Jamás´ noch einmal auf, ein mitsing- und tanzbarer, fast schon klassischer Mägo-Song mit starkem Refrain und vertrauter Melodik, bevor die getragene Ballade ´Siempre Juntos´ das Album beschließt. Mit Klavier ruhig aufgebaut, emotional geführt und klar auf den Gesang von Raquel Eugenio fokussiert, rundet dieser Abschluss das Gesamtbild fulminant ab.

´Malicia: La Noche De Las Brujas´ ist ein ausladendes Werk. MÄGO DE OZ zeigen hier eine Reife, ohne die Spielfreude zu verlieren. Das Album verbindet kraftvollen Metal und keltische Farben zu einem stimmigen Ganzen und gehört zweifellos zu den stärksten Veröffentlichungen der Band in den letzten Jahren.
(8 Punkte)



