
RITUAL ARCANA – Ritual Arcana
2026 (Heavy Psych Sounds Records) – Stil: (Occult)Doom/Stoner/Hard Rock
Unter dem Banner von RITUAL ARCANA haben sich drei etablierte Musiker zusammengefunden, deren Namen alleine schon aufhorchen lassen, ohne dass man einen Ton deren gleichnamigen Debüts gehört hat. Scott „Wino“ Weinrich (SAINT VITUS, THE OBSESSED, SPIRIT CARAVAN), Oakley Munson (BLACK LIPS) und die High Priestess am Bass und Gesang, SharLee LuckyFree (MOTH).
Das gleichnamige Debüt liefert zehn Songs, die eine gut funktionierende Verbindung aus klassischem Hard Rock, Stoner sowie Doom liefert. Eine Brise „Occult“ darf man gerne dazugeben. Im Mittelpunkt steht ganz deutlich der Gesang von SharLee LuckyFree, die den Tracks eine eigene Note verleiht und ihnen zudem eine leicht mystische Note verpasst. Die Stücke sind überdeutlich von wuchtigen Riffs geprägt, dem sich auch der Gesang etwas unterordnen muss, trotz seiner erwähnten immensen Präsenz. Beides zusammen macht allerdings den Charme dieses Albums aus. `Free Like A Pirate` lebt von fast schon metallischen Riffs, dazu eine durchdringende Melodie mit einem fesselnden, brutal intensiven Gesang. Der Track hat trotz einer manchmal sperrigen Art schon Ohrwurmpotential. Ganz anders dagegen das trocken doomige `Berkana`, das durch jaulende Riffs und angepasstem Gesang manchmal Schmerzen hervorruft. Die frühen Siebziger bedienen sie mit `Road Burnt`, wobei der Retrofaktor hauptsächlich durch die Rhythmik des Songs kommt. Das Trio ist manchmal schwer zu fassen, gerade weil sie die vielschichtigen Einflüsse clever verbinden und die ganzen Songkonstrukte trotz der unterschiedlichen Einflüsse sehr fließend wirken. `Judgement XX` ist ziemlich heavy ausgefallen, wird aber durch den Gesang zu einer manchmal geschmeidigen Nummer und überrascht mit einigen ungewohnten Wendungen.
Was man liefert, wirkt spannend und gut durchdacht, ohne dabei jedoch gänzlich neue Akzente zu setzen. Jeder der Drei hat seine individuellen Momente auf dem Album, das manchmal einen dezent verfahrenen Eindruck heraufbeschwört, aber nach einigen Durchgängen dem Hörer neue Sichtweisen eröffnet. Über den Gesang dürfte auch die eine oder andere Kontroverse aufbrechen, was aber den Songs langfristig eher hilft, weil man sich wahrscheinlich intensiver mit dem Album auseinandersetzt. Mir gefällt die Scheibe jedoch immens.
(8 Punkte)
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