
Seit 2005 existieren PETRIFIED in wechselnden Besetzungen, um der Welt zu zeigen, dass Doom Metal keine Spielerei, sondern die ultimative Form der Musik ist. Über die Jahre reifte das Material, von dem rauen Demo aus 2009 über die Zwei-Track-7’’ zum “Doom Shall Rise! VIII” bis hin zu den Aufnahmen für das Debütalbum, die zwischen 2016 und 2022 im “Stasi Bunker Chemnitz” von Robert Dörfler und der Band selbst entstanden. 2025 ist es endlich soweit: mit ´Old Farts Doom´ erscheint die Debüt-LP, auf der PETRIFIED ihren traditionellen Doom Metal in konzentrierter Form präsentieren. Die Produktion ist erdig, reduziert auf das Wesentliche, roh und direkt, ohne jeden unnötigen Schnickschnack.
Bei ´Esoteric Chick´ genügt der erste Gitarrenakkord, um die Schwere des Doom spürbar werden zu lassen. Der Song zieht sofort in seine sphärische, leicht morbide Welt, während die Stimme von Thomas Schulz die skurrilen, fast schon morbiden Geschichten mit trockener Präzision erzählt. ´Bergmann, Bergmann´ entfaltet seine Kraft über treibende, mächtige Riffs. Michael Schaarschmidt spielt dabei die Drums mit einer Mischung aus stoischer Präzision und lebendiger Impulsivität, die den Song in endlose Tiefen zieht.
In ´Mountain March´ eilen die Gitarrenläufe von Maik Buttler über Berg und Tal, während der Bass von Thomas Schulz in den Tiefen verweilt. Hier wird der Doom spürbar, ohne dass er jemals erdrückend wirkt. Bei ´Giants Return´ breitet sich anschließend eine epische Breite aus. Die Melodie steigt langsam empor, wuchtig und doch majestätisch, getragen von einem Zusammenspiel aus prägnantem Bass, kraftvollen Drums und den dichten, melancholischen Akkorden von Maik Buttler.
´Ravens Claw´ zeigt die dunkle, unbarmherzige Seite von PETRIFIED. Die Gitarren kratzen, schlagen, drängen nach vorn, während die Stimme von Thomas Schulz über die Verzweiflung der Figuren berichtet. Die abschließende Nummer ´The Final Song´ steigert sich nochmal über zehn Minuten zu einem monumentalen Höhepunkt. Während die Vocals kleine skurrile Geschichten zwischen Tragik und trockenem Humor erzählen, steuert Gustav Schulz zusätzliche Apocalyptic Horns bei, die den Song mit einer letzten, fast sakralen Dimension versehen.
PETRIFIED liefern mit ´Old Farts Doom´ ein authentisches, ungeschöntes Doom-Erlebnis, das die rohe Kraft und die schiere Wucht auf den Punkt bringt. Es ist Musik, die den Hörer in die Tiefen zieht, die jede Note spürbar macht und zugleich die Lust am Spiel mit düsteren Geschichten zelebriert. Michael Schaarschmidt, Maik Buttler und Thomas Schulz haben sich ihre vielen Jahre Aufnahmezeit nicht nur verdient, sie haben sie genutzt, um ihr spätes Gesellenstück zu erschaffen.
(7,5 Punkte)



